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Larven als Ekelfaktor?

"Igitt – du fasst die Larven an?" - Diese Aussage höre ich häufig, wenn ich Führungen durch das Unternehmen mache oder Bekannten von meinem Arbeitstag erzähle. Dabei sind Insekten und Larven eine erstaunliche Ressource, die eine nachhaltige Lösung für einige unserer drängendsten Ernährungs- und Umweltprobleme bieten können. Dennoch haben viele Menschen eine Abneigung gegenüber Insekten, die oft als Ekel bezeichnet wird. Aber warum ist das so, und warum sollten wir versuchen, diese Abneigung zu überwinden, um Insekten als wertvolle Proteinquelle zu akzeptieren?

Evolution als Schutzfaktor

Die menschliche Abneigung gegenüber Insekten kann vermutlich auf evolutionäre Ursachen zurückgeführt werden. Unsere Vorfahren lebten in Umgebungen, in denen einige Insektenarten gefährlich oder giftig sein konnten. Waren Nahrungsmittel mit Larven befallen, dann deutete das auf Gefahr hin. Diese angeborene Vorsicht half ihnen, potenziell gefährliche Begegnungen zu vermeiden und sich vor Krankheiten, Stichen und dem Tod zu schützen. Dieser Schutzmechanismus war sehr sinnvoll, sollte jedoch in der modernen Welt überdacht werden.

Kultur als Ursache der Abneigung

In unserer Kultur ist es nicht üblich, Insekten, Larven, Würmer oder ähnliches zu verspeisen. Das hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass der Ekel vor Insekten, in unserer Gesellschaft gewachsen ist. Ganz anders ist es in anderen Teilen der Welt. Dort stehen und standen Insekten schon immer auf dem Speiseplan.

"Ich will keine Larven füttern, weil ich sie so ekelig finde."

Die Larven der Schwarzen Soldatenfliege eignen sich wunderbar als Tierfutter für  Vögel, Hunde, Katzen, Hühner oder Schweine. Im privaten Bereich bedeutet das, dass ich beim Füttern die Larven sehen oder vielleicht sogar berühren muss. Hierfür haben wir einige Lösungsvorschläge:

  • Larven der Schwarzen Soldatenfliege gibt es auch in pulverisierter Form, sodass die typische Larvenform nicht mehr erkennbar ist.
  • Larven können getrocknet gekauft werden, was bei vielen Tierbesitzern den Ekelfaktor verringert.
  • Das Tragen von Handschuhen kann helfen, um die Tiere nicht auf der Haut zu spüren.
  • Die Verwendung von Löffeln oder Schaufeln verhindert direkten Kontakt mit den Larven.

"Das erste Mal Larven anzufassen, war schon eine Überwindung. Mittlerweile bin ich es gewohnt."

Als ich das erste Mal eine Soldatenfliegenlarve berührte, war das in der Tat eine Überwindung. Ich stellte sie mir glitschig und krabbelig vor. Schnell merkte ich jedoch, dass die Tiere eine weiche Oberfläche haben und weder nass noch schleimig sind. Mittlerweile greife ich ohne nachzudenken in einen Behälter mit Larven. Auch meine Kinder haben keine Berührungsängste.

Larven auf ein Sieb

Warum sollten wir unseren Ekel überwinden?

Es gibt viele Gründe, warum wir unsere Abneigung gegenüber Insekten überdenken sollten. Einige davon möchte ich hier anführen:

Nachhaltigkeit

Im Vergleich zur konventionellen Tierhaltung verbrauchen die Schwarze Soldatenfliege und ihre Larven viel weniger Ressourcen wie Wasser und Land und produzieren weniger Treibhausgase. Ihre Zucht ist ökologisch nachhaltiger.

Effizienz

Die Larven der Schwarzen Soldatenfliege sind äußerst effiziente Umwandler von organischen Reststoffen in hochwertiges Protein. Sie benötigen weniger Futter und Zeit, um zu wachsen, was die Produktion kostengünstiger macht. Dieser Faktor spielt in der Tierfutterindustrie eine wichtige Rolle.

Nährstoffreich

Die Larven der Soldatenfliege sind reich an Protein, Vitaminen, Mineralien und gesunden Fetten. Sie können dazu beitragen, den Nährstoffbedarf der Tiere zu decken und die Ernährung natürlicher und verträglicher zu gestalten.

Ausgewachsene Larve der Schwarzen Soldatenfliege

Zeit des Wandels

Es ist an der Zeit, unseren Ekel vor Insekten zu überdenken und anzuerkennen, dass sie eine wertvolle und nachhaltige Proteinquelle darstellen.

Durch Bildung, Aufklärung und Nutzung der Soldatenfliegenlarve als Futtermittel für unsere Haus- und Nutztiere, können wir nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch eine gesündere und nachhaltigere Zukunft schaffen.

Insekten sind mehr als nur Ungeziefer - sie sind ein Schlüssel zur Bewältigung der globalen Herausforderungen im Bereich der Ernährung und Umwelt.

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